Mitten in den Berg

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Brünig, Schweiz

Mitten in den Berg

In Tunneln, die tief in die Felsen des Brünigmassivs in der Nähe von Luzern führen, können Schützen vor Wind und Lärm geschützt trainieren und Feuerwehren aus ganz Europa zu Übungszwecken Löscharbeiten simulieren. Gebaut hat die innovativen Anlagen das Schweizer Unternehmen Gasser Felstechnik AG, gereinigt wird mit einer ganzen Reihe von Geräten von Kärcher.

Die Schweizer wissen, wie man Täler mitten durch Berge erschliesst. Das haben sie zuletzt sehr eindrücklich bewiesen, als sie mit dem Gotthard-Basistunnel den längsten Tunnel der Welt bauten und damit auch noch ein Jahr schneller als geplant fertig waren. Das war 2016 – und hat insbesondere andere zentraleuropäische Länder ins Staunen versetzt, bei denen sich die Fertigstellung städtischer Grossbauprojekte nicht selten um Jahre verzögert.

Erstaunlich und in ganz anderer Hinsicht extrem sind auch zwei Zeugnisse helvetischer Berg-Expertise, mit denen das rund 30 Minuten von Luzern entfernte Örtchen Lungern Furore macht. In der kleinen Gemeinde am Fusse des Brünigpasses wurde eine komplette Schiessanlage mit mehreren Hallen und sogar einer 300 Meter langen Schiessbahn direkt in den Berg hineingebaut – wer mal einen 100-Meter-Lauf absolviert hat, weiss wie lang das ist. Nicht weit davon entfernt wird das Felsinnere für ein aussergewöhnliches Tunnel-System genutzt, in dem Feuerwehrleute aus ganz Europa schwierige Einsätze realitätsnah trainieren können.

Kein Wind, kein Lärm im Brünig

Selbst wenn es im Freien überirdisch stürmt und windet, tief im Berg herrscht Ruhe. So können Polizei und andere Sicherheitsbehörden, Sportler oder Jäger in der weltweit einzigartigen innerberglichen Schiessanlage völlig unabhängig vom Wetter auf feste oder bewegliche Ziele schiessen – mit Gewehren und Pistolen aller Kaliber. Dank der natürlichen Schallisolierung im Felsmassiv ist auch die geringe Lärmbelastung ein grosser Pluspunkt.

«Wir haben für den Schiessbetrieb ganz klare Spielregeln, um die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf zu garantieren», sagt Urban Hüppi, der für die Brünig Indoor genannte Anlage zuständig ist. Auch für die Reinigung gibt der 48-jährige Betriebsleiter mit einem detaillierten Plan genau vor, welche Arbeiten täglich, wöchentlich, jeden Monat oder etwa einmal pro Jahr zu erledigen sind.

Der Komplex im Berg ist zu einem regelrechten Indoor-Center ausgebaut und zählt nicht nur verschiedene Schiessanlagen, sondern auch Duschräume, Depots für Sportgeräte, Munitionskeller, Schützenmeisterbüros und einen Schulungsraum für 60 Personen. Außerdem gibt es einen Shop und selbst ein Restaurant, das auch Nicht-Schützen offensteht.

Abhängig von Belegung der Anlage

Das Reinigungsteam des Schiess-Centers besteht an jedem Tag aus bis zu vier Mitarbeitern, die jeweils sämtliche Arbeiten übernehmen können und immer morgens beginnen. Das Tagesprogramm legt Hüppi – abhängig von der Belegung der Plätze – montags für die ganze Woche fest.

Im Empfangsbereich, sämtlichen Aufenthaltsräumen und Korridoren etwa muss jeden Freitagmorgen geputzt werden. Hier kommt für die Böden die Nachläufer-Scheuersaugmaschine B 60 W zum Einsatz – bei stärkeren Verunreinigungen auch mal unter der Woche.

Auf den Treppen arbeitet das Reinigungspersonal mit dem Rucksacksauger BV 5/1. Um dabei nicht immer wieder das Kabel umstecken zu müssen, hat Hüppi das bereits seit längerem genutzte Gerät nun durch das neuere batteriebetriebene Modell BV 5/1 Bp ersetzt.

Schmauchspuren im Schiesskanal

Überraschenderweise muss in den Räumen, in denen geschossen wird nicht so häufig saubergemacht werden. Im Gegenteil: In der dreistöckigen Halle am 300-Meter-Schiesstunnel mit insgesamt 15 Schiessplätzen genügt es, nur einmal im Monat zu reinigen. Das liegt daran, dass auf allen drei Etagen an jedem einzelnen Platz durch ein Schiessfenster geschossen wird und sich die Mündung der Gewehre beim Schuss nicht im Raum der Schützen befindet, sondern im angrenzenden Schiesstunnel

«So kommt es durch die Pulverrückstände nur im vorderen Bereich des Schiesskanals direkt hinter der Front mit den Schiessfenstern zu starken Verschmutzungen», erklärt Hüppi, der auch Projektleiter der Gönnervereinigung der Schützen-Nationalmannschaften ist. «Diese Schmauchspuren spülen wir nur hin und wieder mit dem Hochdruckreiniger vom Felsgestein unterhalb der Fenster im Schiesskanal ab, weil sich dort selbst grundsätzlich niemand aufhält.» Mit dem Gerät vom Typ HD 5/12 C wird dann auch gleich der naturbelassene Boden sowie die Wandfolien der ersten paar Schiesskanalmeter gereinigt.

Scheuersaugen und dampfsaugen am Schiessstand

Auf den Etagen der Schützen hingegen fährt das Brünig-Indoor-Personal mit der handgeführten Scheuersaugmaschine BR 40/10 C Adv über den Boden. Damit lässt sich auch zwischen den Pritschen arbeiten, auf denen im Liegen geschossen wird und die in einem Abstand von etwa einem halben Meter aufgereiht sind.

Unter den Liegepritschen und in den Ecken der Räume wird mit dem Dampfsauger SGV 8/5 saubergemacht, der das Kondenswasser beim Dampfen direkt absaugt. «Mit dem neuen Nachfolger-Modell unseres bisherigen Geräts können wir nun sogar noch intensiver reinigen», sagt Hüppi. Auch die Pritschen selbst können damit gereinigt werden. Die weiche Gummibeschichtung wird durch Schmieröle verschmutzt, wenn Gewehre oder gefettete Munition darauf abgelegt werden.

Alle vier Wochen reinigt das Team mit dem Dampfsauger zudem die Schiessfenster-Front vollständig – sämtliche Scheiben, Rahmen und auch Gummidichtungen. Einzelne Fenster werden bei Bedarf auch täglich von Fingerabdrücken oder Fettspuren befreit – dazu liegen zwei Akku-Fenstersauger vom Typ WV 50 bereit.

Die Kraft von zwei Turbinen fürs Geschosspulver

Im Felskomplex kann Schiesstraining in rund 30 Disziplinen absolviert werden – selbst Bogenschiessen oder Armbrust. Vor allem aber können unterschiedliche Wetter- und Lichtbedingungen simuliert werden, um realistische Wettkampfverhältnisse zu erzeugen. Entsprechend wissen auch Olympiasieger und Weltmeister die Vorteile der ungewöhnlichen Anlage zu schätzen und bereiten sich hier gezielt auf Wettkämpfe vor.

«Nationalkader aus der ganzen Welt trainieren im Brünig», erzählt Hüppi. Neben dem 300-Meter-Schiesskanal befindet sich eine 50-Meter-Anlage, die über einen Querstollen zu erreichen ist. Diese sogenannte Olympiahalle ist durch ihre räumliche Trennung komplett geschützt vor Lärmemissionen.

Einen besonders leistungsstarken Staubsauger müssen Hüppi und sein Team zur Reinigung der künstlichen Kugelfangsysteme auffahren – den hinter den Zielen im Schiesskanal angebrachten Hartstahl-Behältern, die die abgefeuerten Geschosse auffangen. Die Kugeln prallen dort mit einer solchen Wucht auf, dass sie pulverisieren. Dieses hochgiftige, bleihaltige Geschosspulver wird mit dem Ringler-Industriestaubsauger RI 131 W2E aufgenommen – die Reinigungskräfte müssen dabei einen Schutzanzug sowie eine sicher sitzende Atemschutzmaske tragen. Ringler ist eine Tochterfirma von Kärcher, die auf Industriesauger und Systeme für Sonderanwendungen spezialisiert ist.

«Die Industrie-Saugmaschine mit ihren zwei Turbinen ist stark genug, um diese schweren Verschmutzungen aus den Kugelfang-Stahlkisten herauszukriegen», erklärt Hüppi. Das im Saugbeutel aufgenommene Pulver wird in Fässern gesammelt und nach Prüfung durch das kantonale Inspektorat entsorgt – ein befülltes Fass kann bis zu 1.200 kg schwer sein.

Löschübungen mit Tunnelblick

Lungern ist das höchstgelegene Dorf im Sarneraatal und liegt auf steilen 750 Metern. Der Talkessel des Ortes wird fast rundum von Felsen und Waldhängen eingeschlossenen und ist nur nach Norden hin offen. Die Idee zur unterirdischen Schiessanlage hatte Thomas Gasser, Chef der dort am Felshang ansässigen Firma Gasser Felstechnik AG, die die Sprengungen und den Bau verwirklichte.

Ursprünglich brauchte das Unternehmen mehr Lagerplatz und sprengte dazu eine Tunnelkaverne in das harte Quinter-Kalk-Gestein des Berges. Später folgte eine Kantine für die Belegschaft, dann ein erster Stollen für die Schützen.

Auch der angrenzende Feuerwehrtunnel wurde von dem auf Felssicherung und Sprengtechnik spezialisierten Unternehmen realisiert und für insgesamt 30 Jahre an das Interkantonale Feuerwehr Ausbildungszentrum der Schweiz (ifa) mit der zugehörigen International Fire Academy vermietet.

Die Tunnel-Übungsanlage, in der Feuerwehren besonders schwierige Einsätze üben, besteht aus einem 170 Meter langen Zugangsstollen, der zum unterirdischen Ausbildungszentrum mit Garderoben, Atemschutzretablierung und sanitären Einrichtungen führt. Der eigentliche Brandstollen ist 150 Meter lang und über einen Sicherheitsstollen sowie befahrbare Verbindungsstollen erreichbar. Gasser mit dem Partner ifa hatte im Rahmen einer Ausschreibung vom Bundesamt für Strassen den Zuschlag für das 2005 realisierte Projekt erhalten.

Zusammen mit einer Anlage im nördlicheren Solothurner Balsthal ist das Übungstunnel-System im Brünigmassiv europaweit einzigartig. In- und ausländische Feuerwehrleute führen hier Intensivtrainings sowie Szenarien mit Atemschutzeinsätzen über mehrere Stunden hinweg durch und können unter beklemmend realistischen Bedingungen praktische Erfahrung sammeln oder Einsatztaktiken entwickeln – etwa bei totaler Verrauchung, extremer Hitze, Enge, sehr langen Rettungswegen oder blockierten Zugängen.

Nicht lange fackeln beim Reinigen

Nach den Übungen mit Gasbrandstellen wird zunächst das Löschwasser mit den Einsatzwagen abgepumpt. Die verschmutzten Schläuche und die Fahrzeuge reinigen die Feuerwehrleute entweder noch direkt im Brandbekämpfungstunnel oder im Aussenbereich mit Hochdruckreinigern. Feuerwehren weltweit setzen dabei Geräte wie den HD 6/15 MX Plus ein. Der Kaltwasser- Hochdruckreiniger ist kompakt und ideal für den mobilen Einsatz, zudem dank seiner Schnellverschlüsse mit minimalem Zeitaufwand gerüstet.

Auch der Nass-Trockensauger NT 611 MWF ist ein Gerät, das auf die speziellen Anforderungen von Feuerwehreinsätzen ausgerichtet ist. So nimmt der einmotorige Spezialsauger etwa nach Lösch- oder Reinigungsarbeiten verbleibendes Material auf und kann dabei bis zu 55 Liter erfassen, bevor der Sauggutbehälter zu leeren ist.

Ausserdem lässt sich direkt ein Feuerwehrschlauch montieren, so dass der Nass-Trockensauger grosse Mengen an Wasser bei Bedarf kontinuierlich abpumpt. Entsprechend kommt das Gerät etwa auch nach Überschwemmungen zum Einsatz. Zu unwegsamen Einsatzorten oder über Treppen hinweg kann der Spezialsauger mit seinem Gewicht von nur 14 kg problemlos getragen werden.

Auf dem Vorhof zum Berg

Der Aussenbereich vor den Tunnel-Eingängen mit Lagerhallen und Parkplatz wird teilweise gemeinsam genutzt, die Reinigungsarbeiten aufgeteilt. Im Winter kümmert sich das Personal von Brünig Indoor um den Platz und beseitigt Schnee oder streut Salz mit einem Kommunalfahrzeug, im Sommer hält Firma Gasser den Bereich mit der Aufsitzkehrmaschine KM 125/130 R in Schuss.

Durch ihre 540 Quadratmeter grosse Lagerumschlag- und Materialhalle vor dem Berg fahren Mitarbeiter des Felspezialisten regelmässig mit einer Scheuersaugmaschine B 40 W. Die naturgemäss oft stark verschmutzten Maschinen des Bauunternehmens werden auf dem Betriebsareal gereinigt – insbesondere mit dem Hochdruckreiniger HD 8/18-4 Cage, der mit seinem Stahlrohrrahmen äusserst robust ist und auch auf Baustellen mitgenommen wird.

Spezialarbeiten am und im Fels

„Ausserdem haben wir benzinbetriebene Hochdruckreiniger ständig im Einsatz“, sagt Stani Niederberger, der bei Gasser das Betriebscenter leitet. „Damit sind wir besonders flexibel und können überall arbeiten, wo es keinen Strom gibt.“ Mit dem Gerät vom Typ HD 9/23 G wird beispielsweise die Fugenreinigung von Mauerwerk oder Garten-Vorplätzen durchgeführt. Auch setzt der Betrieb den kabellosen Hochdruckreiniger bei den immer wieder notwendigen Arbeiten zur Sanierung von Natursteinmauern und vor allem der Abwasserschächte im Dorf ein.

Das 1922 gegründete Unternehmen zählt rund 300 Mitarbeiter – drei Viertel davon sind speziell ausgebildet. Neben Stollen- und Tunnelbau führt Gasser Felssicherungen und Felsreinigungen durch, erledigt Sicherheits- oder Bauwerksprengungen und ist zudem etwa im Spezialtiefbau tätig. Jährlich kommen 400 Tonnen Sprengstoff zum Einsatz. Gasser ist nicht nur in der gesamten Schweiz aktiv, sondern arbeitet weltweit an kniffligen Projekten.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Bewältigung von Naturgefahren, Arbeiten im hochalpinen Gelände und dem Steinschlagschutz. So sind etwa Lawinenschutz-Vorkehrungen bei Ausbrucharbeiten oder Felssprengungen zu treffen oder muss bei Naturkatastrophen wie Felsstürzen, Murgängen und Rutschungen äusserst schnell gehandelt werden. Wenn jede Minute zählt, können die Experten der Firma mit ihrer Kompetenz am Fels geeignete Sofortmassnahmen ergreifen, um Schäden einzudämmen und betroffene Gebiete zu sichern.

Thomas Gasser hat bis 2012 das Familienunternehmen geleitet, das inzwischen im Besitz der vierten Generation ist, aber seinen Hauptsitz nach wie vor in Lungern hat.

Von der rund 2.000 Einwohner grossen Gemeinde aus kann der Blick dann in noch höhere Bergregionen gerichtet werden: Direkt in Lungern geht es mit der Grossraum-Seilbahn bis Schönbüel auf über 2.000 Meter mit einer herrlichen Aussicht ins Berner Oberland auf Eiger, Mönch oder Jungfrau und einem Höhenwanderweg zum Brienzer Rothorn. Lungern also bietet aussergewöhnliche Alpen-Erfahrung nicht nur im Berg, sondern auch auf dem Berg.

 

Bildquelle- und Rechte: Alfred Kärcher GmbH & Co. KG

 

 

 

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