Velux Architekten-Wettbewerb 2014: Fünf Projekte nominiert

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  • Nominierte überzeugen im Kontext von Licht, Raum und Mensch
  • Newcomer-Sonderpreis geht an Martin Keßler, DBCO GmbH
  • Rainer Hoffmann von Hoffmannarchitekt erhält Jurypreis

Hamburg, Mai 2014. Unter dem Thema „Licht. Raum. Mensch“ ist bereits zum neunten Mal den prestigeträchtigen Architekten-Wettbewerb ausgelobt worden. Nun hat eine unabhängige Fachjury mit den Einreichungen von Hoffmannarchitekt, Behnisch Architekten, Raum und Bau GmbH, Hofstadt Architekten und Unterlandstättner Architekten fünf Projekte nominiert, die die natürlichen Elemente Licht und Luft gezielt einsetzen, um den Wohnkomfort sowie das Raumgefühl nachhaltig zu steigern. Hoffmannarchitekt erhält zudem den Jurypreis. Der Newcomer-Sonderpreis für junge Architekturbüros geht an DBCO GmbH. Jetzt wählen über zwei Millionen Bauherren und Modernisierer unter den Nominierten die drei Preisträger des diesjährigen Architekten-Wettbewerbs.

„Wichtigstes Kriterium für die Bewertung der eingereichten Projekte war die Qualität des Gesamtentwurfs“, erklärt Jury-Vorsitzende Gabriele von Kardorff. „Gemäß der Aufgabenstellung wurde insbesondere die Schaffung von wertvollen Lichtsituationen, aber auch die Berücksichtigung der klimatischen Aspekte betrachtet.“ Deshalb richtete die Jury, bestehend aus der Vorsitzenden Gabriele von Kardorff (Kardorff Ingenieure Lichtplanung) und dem Vorjahressieger Philippe Frey aus Stuttgart sowie Werner Frosch (Henning Larsen Architects), Prof. Hilde Léon (Léon Wohlhage Wernik), Andreas Förstel (Redaktionsleiter Wohnglück), Meike Weber (Verlagsleitung DETAIL) und Dr. Sebastian Dresse (Geschäftsführer Velux Deutschland) ihr besonderes Augenmerk auf den Mehrwert, der mit dem gezielten Einsatz von Belichtung und Belüftung durch Velux Produkte gewonnen wird.

Vielfältige Licht- und Luft-Lösungen

Die fünf nominierten Projekte überzeugten durch ihren Facettenreichtum in der Umsetzung des Themas. So begeisterten die „Lofthäuser Kolbermoor“ von Behnisch Architekten die Jury durch ein überraschendes, inneres Raumerlebnis sowie eine ungewöhnliche Lichtführung: Die den Entwurf prägende Offenheit wird durch eine offene Treppe, eine Galerie im Wohnraum und einen mittig angeordneten Patio erreicht, der sich bis ins erste Obergeschoss durchzieht. Dieser mit einem elektrisch zu öffnenden Velux Dachfenster überdeckte Raum schafft eine angenehme, intime Raumatmosphäre und versorgt die angrenzenden Räume mit Tageslicht und frischer Luft.

Das „Einfamilienhaus in Krailling“ von Unterlandstättner Architekten überzeugt die Jury mit der Qualität der Tageslichtgestaltung. Basierend auf der Ausrichtung des Wohnhauses zur Himmelsrichtung erzeugen die vielfältigen Lichtöffnungen differenzierte Ausblicke und verändern variantenreich die Art des Lichteinfalls.

Beim „Luise-Bayerlein-Haus“ von Raum und Bau GmbH, einer zweigeschossigen, fast quadratischen Kinderkrippe in Vaterstetten, empfand die Jury die klare Raumstruktur mit den fünf um einen galerieartigen Innenraum angeordneten Gruppenräumen als sehr gelungen und hob insbesondere die Lichteffekte der aus Velux Flachdach-Fenstern bestehenden Lichtkuppeln hervor.

Das „Notariat unter dem Dach“ wurde von Hofstadt Architekten im Rahmen der Aufstockung und des Dachgeschossausbaus des bis dahin fünfgeschossigen Mittelflügels des Arco-Palais in München realisiert. Dabei entstand aus einer zweigeschossigen Dachgeschoss-Situation ein großräumiges Büro, das sich durch abwechslungsreiche Raum- und Lichtqualitäten auszeichnet. Die Jury lobte insbesondere die Schaffung und Inszenierung von unterschiedlichen Lichtsituationen und Hell-Dunkel-Effekten sowie die Übergänge und Verschneidungen der verschiedenen Raumsituationen von offenem Flur, Galerie und Büroeinheiten.

Beim „Umbau Seitengebäude Westermühlstraße“ handelt es sich um eine ehemalige Metallwerkstatt, die von Hoffmannarchitekt in ein Büroobjekt umgewandelt wurde. Die Jury lobte die Lichtwirkung, die mit drei Velux Flachdach-Fenstern eine optimale Tageslichtverteilung erreicht und vergab zusätzlich zur Nominierung den Jurypreis für die beste Einreichung in Bezug auf die in der Auslobung formulierten Wettbewerbskriterien.

„Die Einbeziehung des Menschen in den Kontext von Licht und Raum und die daraus entstandenen Konzepte sind eindrucksvoll“, erklärt Dr. Sebastian Dresse, Geschäftsführer der Velux Deutschland GmbH. „Die vorgestellten Nominierungen zeigen, wie durch den bewussten Einsatz von Velux Produkten die Raum- und Lebensqualität im Neu- und Bestandsbau gesteigert werden kann.“

Den Sonderpreis Newcomer erhält Martin Keßler, DBCO GmbH, für das Projekt „Umbau und Modernisierung des Instituts für Neutestamentarische Textforschung“. Die Jury empfindet den Ausbau des kleinen Dachgeschosses als sehr gelungen und lobt die vorteilhafte Positionierung der Dachfenster, die den Tageslichteinfall von drei Seiten bewirken und durch die Einbauten bis auf Brüstungshöhe wie eine klassische, seitliche Belichtung erscheinen. So entsteht eine stimmige Lichtatmosphäre, in dem sich das Verhältnis von Kontrast und Helligkeit gegenseitig stärkt.

Bauherren entscheiden über Gewinner

Die Nominierten des Velux Architekten-Wettbewerbs 2014 werden nun in der Mai-Ausgabe und dem Internetauftritt des Bauherrenmagazins „Wohnglück“ der Öffentlichkeit präsentiert. Dann stimmen knapp zwei Millionen Leser über die drei Preisträger ab, denen ein Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro winkt. Der Erstplatzierte profitiert darüber hinaus von einer hohen Medienpräsenz: Zusätzlich zu einer umfassenden Vorstellung aller fünf nominierten Arbeiten in einer Dokumentationsbroschüre, die dem Architekturfachmagazin „DETAIL“ beiliegt, und weiteren Veröffentlichungen hat der 1. Preis die Möglichkeit, im Rahmen einer exklusiven Velux Anzeigenkampagne in renommierten Architektur-Fachmedien vorgestellt zu werden.

Die nominierten Projekte im Überblick

Hoffmannarchitekt:

Umbau Seitengebäude Westermühlstraße, München

Eine ehemalige Metallbauwerkstatt in München wurde von Architekt Rainer Hoffmann in ein Büroobjekt umgewandelt. Das eingeschossige Seitengebäude wurde dabei unter Einbeziehung denkmalpflegerischer Auflagen rekonstruiert, im Hinblick auf den Brandschutz ertüchtigt und energetisch saniert. Die neue Nutzung als Büro wurde für das nach Norden ausgerichtete Gebäude erst durch die Platzierung von drei Oberlichtöffnungen mit Velux Flachdach-Fenstern ermöglicht. Als Verbundfenster wurden diese dem Bestand nachgebildet, es sollte eine Ansicht entstehen, die der historischen Vorlage glich. Die ursprüngliche Werkstattatmosphäre sollte auch in das neue Büro zu transportiert werden. Die Sichtbetonflächen an der neuen Betondecke ergänzen sich mit dem Industrieparkett und lassen in Kombination mit den drei Oberlichtern einen hellen und gleichmäßig natürlich belichteten Büroraum entstehen.

Behnisch Architekten:

Lofthäuser Kolbermoor

In einem neuen Stadtteil an der stillgelegten Baumwollspinnerei in Kolbermoor entstanden zwölf neue Einfamilienreihenhäuser mit individueller Grundrissgestaltung. Die sogenannten „Lofthäuser“ von Behnisch Architekten bestehen aus verschiedenen drei- und viergeschossigen Gebäudetypen. Variierende Höhen, eine alternierende Bebauungskante und Einschnitte durch Dachterrassen schaffen eine aufgelockerte Erscheinung. Die Schottenbauweise ermöglicht einen offenen Grundriss, der bei Bedarf durch Trennwände untergliedert werden kann. Die zweiseitige Orientierung mit großzügigen Fenstern an den Stirnseiten verbindet Innen- und Außenbereich miteinander. Eine den Entwurf prägende Offenheit wird durch eine offene Treppe, eine Galerie im Wohnraum und einen mittig angeordneten Patio erreicht, der sich bis ins erste Obergeschoss durchzieht. Dieser mit einem elektrisch zu öffnenden Velux Dachfenster überdeckte Raum schafft eine angenehme, intime Raumatmosphäre. Die angrenzenden Räume versorgt er mit Licht und Frischluft. Im Winter ermöglicht der als Pufferraum gedachte Patio die Nutzung passiver, solarer Gewinne, im Sommer gewährleistet er eine gute Durchlüftung.

Hofstadt Architekten:

Notariat unter dem Dach, München

Im Rahmen des Dachgeschossausbaus und der Aufstockung des Arco-Palais in München von Hofstadt Architekten wurden Wohnungen und ein großes Notariat realisiert. Das Arco-Palais wurde 1908/09 errichtet, im 2. Weltkrieg durch Fliegerbomben beschädigt und 1950 wieder aufgebaut. Zwischen 2006 und 2012 wurde der bis dahin fünfgeschossige Mittelflügel um ein Geschoss aufgestockt und damit der Höhe der straßenseitigen Gebäudeteile angepasst. Die Räume des Notariats sind in den hohen Dachraum eingegliedert, in dem zur Unterbringung der gewünschten Bürofläche und zur Ausnutzung der Höhe von ca. 7m eine Galerie eingebaut wurde. Das Konzept des Entwurfs bestand in der Nutzung der gesamten lichten Höhe sowie der Schaffung von unterschiedlich großen und hohen Räumen, die verschiedene Blickwinkeln und Raumeindrücken anbieten. Die Belichtung des unteren Geschosses erfolgt über neu geschaffene Rundgauben zur Straßenseite und historischen Gauben zum Innenhof. Die Galerieflächen erhielten zur optimalen Belichtung und natürlichen Belüftung in Reihe angeordnete Velux Dachfenster.

Unterlandstättner Architekten:

Haus Krailling

Der Neubau des Einfamilienhauses in Krailling bei München von Unterlandstättner Architekten bietet Platz für eine Familie mit drei Kindern, Gästebereich und Home-Office. Das moderne Gebäude ist durch eine individuelle innere und äußere Struktur geprägt. Der Baukörper entspricht den Vorgaben des Bebauungsplanes mit einem Satteldach, entwickelt jedoch eine eigenständige Architektursprache. Prägnante Einschnitte im Gebäude differenzieren sich durch die Oberflächen und Materialien in Eiche und Glattputz von der stark strukturierten, anthrazitfarbenen Putzfassade und unterstützen die räumliche Verschränkung von Innen- und Außenraum. Die Differenzierung der eingesetzten Materialien setzt sich im Innenausbau fort. Die Ostfassade ist komplett geschlossen, alle dienenden Räume des Obergeschosses werden ausschließlich durch Velux Dachfenster belichtet. Zwei weitere Velux Dachfenster wurden in der Galerie und in einem der Kinderzimmer eingesetzt.

Raum und Bau GmbH:

Luise-Bayerlein-Haus, Vaterstetten

Die zweigeschossige, fast quadratische Kinderkrippe in Vaterstetten von Raum und Bau GmbH bietet Platz für fünf Kindergruppen. Der galerieartig angelegte Innenbereich schafft einen Ort der Sammlung und Orientierung. Durch ein großzügiges Oberlicht aus sechs Velux Flachdach-Fenstern, die ähnlich einer Kassettendecke angeordnet sind, werden die verschiedenen Tageszeiten im Inneren spürbar gemacht. Es entsteht eine multifunktional nutzbare Fläche über zwei Ebenen. Die Räume sind windmühlenartig um die Treppe herum angeordnet und über Flurachsen verbunden. Eine klare Gliederung und differenzierte Farbgebung der Gruppen schafft eine individuelle Erkennbarkeit. Es wurde Wert auf eine regionale und traditionelle Architektur gelegt. Das Materialkonzept berücksichtigt einen möglichst geringen Einsatz von Energie und Ressourcen.

 

Sonderpreis Newcomer:

DBCO GmbH:

Umbau und Modernisierung des Instituts für Neutestamentarische Textforschung, Münster

Das Dachgeschoss des Instituts für neutestamentarische Textforschung in Münster wurde von DBCO saniert und modernisiert. Neben 16 Arbeitsplätzen des Bibelmuseums wurden auf kleinster Fläche große Teile der enormen Buchbestände des Institutes untergebracht. Im Zuge der Maßnahme wurde das Dachtragwerk vollständig instandgesetzt und die komplette Dachhaut erneuert. Der Bestand von Gauben und Dachflächenfenstern unterschiedlicher Größe und Bauart wurde vollständig durch Velux Schwingfenster ersetzt, welche den Innenraum heller machen und so komfortablere Arbeitsplätze ermöglichen. In Kombination mit einer geothermisch betriebenen Kühldecke ermöglichen die außenliegenden Velux Hitzeschutz-Markisen auch im Hochsommer angenehme Arbeitsbedingungen.

Jurypreis:

Hoffmannarchitekt:

Umbau Seitengebäude Westermühlstraße

– siehe oben –

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