Chlordioxid als Desinfektionsmittel

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In den letzten Jahren hat die Verwendung von Chlordioxid als Desinfektionsmittel in der Trinkwasserversorgung in einigen Ländern zugenommen. Gründe hierfür sind die einfache und günstigere Herstellung und Dosierung des Chlordioxids im Vergleich zum Chlor. Zusätzlich ist auch die chemische Reaktivität und damit die Desinfektionswirkung etwa 3 mal höher als bei Chlor.

Bedingt durch dieses hohe Oxidationspotential werden aber auch Werkstoffe in der Trinkwasserinstallation angegriffen. Neben den Dichtungswerkstoffen werden auch Rohrleitungskomponenten geschädigt, unabhängig davon, ob diese aus Kunststoff oder Metall hergestellt sind.

Daher können wir den Einsatz von Chlordioxid mit unseren Systemkomponenten nicht empfehlen.

Chemische und thermische Desinfektion von aquatherm Trinkwasserinstallationen aus Polypropylen

a) chemische Desinfektion der Anlage
Die Anlagendesinfektion ist im Gegensatz zur Desinfektion des Trinkwassers eine diskontinuierliche Maßnahme, die eine Trinkwasserinstallation von der Kontaminationsstelle bis zur Entnahmestelle des Verbrauchers erfasst. Generell ist eine Desinfektion nur im erwiesenen Kontaminationsfall einer Trinkwasserinstallation zeitlich begrenzt anzuwenden. Bei der diskontinuierlichen Desinfektion dürfen aquatherm Rohre sowie die entsprechenden Systemkomponenten und Armaturen zwei Mal jährlich mit einer Desinfektionsmittellösung mit einem Gehalt an freiem Chlor bis 50 mg/l über jeweils maximal 12 Std. belastet werden. Alternativ kann auch Wasserstoffperoxid mit einer Konzentration von 150mg/l H2O2 für 24 Std. eingesetzt werden. Während des Desinfektionsvorgangs darf eine Temperatur von 30 °C nicht überschritten werden. Der Einsatz eines Desinfektionsverfahrens, insbesondere mit chlorierten Wässern, kann einen direkten Einfluss auf die Lebensdauer der Trinkwasserinstallation haben. Der Einsatz von Chlordioxid wird nicht empfohlen.

b) chemische Desinfektion des Trinkwassers
Bei der kontinuierlichen Desinfektion mit chloriertem Trinkwasser darf dieses mit einem Gehalt an freiem Chlor bis 0,3 mg/l (Grenzwert gem. TrinkwV2001) eingesetzt werden. Die Höchsttemperatur sollte dabei 70 °C nicht überschreiten. Der Einsatz von Chlordioxid wird nicht empfohlen. Eine prophylaktische und permanente Desinfektion widerspricht dem Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung und ist somit nicht durchzuführen.

c) thermische Desinfektion der Anlage
Eine thermische Desinfektion nach DVGW W551 ist generell möglich. Bei der thermischen Desinfektion zur Legionellenbekämpfung im Sinn des DVGW-Arbeitsblattes W 551 wird die Wassertemperatur so eingestellt, dass sie an allen Stellen der Trinkwasserinstallation für mindestens 3 Minuten 70 °C beträgt. Die maximal zulässigen Einsatzgrenzen bezüglich Betriebstemperatur und Betriebsdruck sind zu beachten

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