Von Arbeitssicherheit bis Zimmerer-Nationalmannschaft

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Die DACH+HOLZ International 2018 ist international und informativ wie nie zuvor. Vom 20. bis 23. Februar zeigen 570 Aussteller aus 30 Ländern ihre Lösungen auf dem Messegelände Köln – eine einmalige Chance für das Zimmererhandwerk, einen kompakten Marktüberblick zu bekommen. Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im ZDB, im Interview über die diesjährigen Top-Themen der Messe.

Auf der DACH+HOLZ International 2018 ist Holzbau Deutschland in zwei Hallen vertreten. Was erwartet die Besucher dort?

Eine ganze Menge: von A wie Arbeitssicherheit bis Z wie ZimmererNationalmannschaft. Zum Thema Arbeitssicherheit wird der der zweigeschossige begehbare Dachstuhl in Halle 9 spannend und interessant. Den hat die BG BAU gemeinsam mit uns und den Dachdeckern aufgebaut. Wir wollen dort unterschiedliche Gefahrensituationen simulieren und demonstrieren, wie Arbeitsplätze, die in der Vergangenheit gar nicht oder nur sehr umständlich zu sichern waren, sicherer gemacht werden können. Die Kollegen, die uns besuchen, können die verschiedenen Maßnahmen und Arbeitsmittel ausprobieren, die die Initiative „WIR ZIMMERN SICHER“ entwickelt hat. Gleich daneben informieren wir über Innovationen im Holzbau. Bei der Tragwerksplanung, dem Brandschutz, der Innenraumluft und dem Schallschutz haben wir wichtige Projekte auf den Weg gebracht. Weitere Themen sind Weiterbildung und Gütesicherung. Wir zeigen, wie wir den Holzbau auf europäischer Ebene vertreten und wie wir ihn und seine Vorteile bekannt machen. In Halle 7 ist die Wanderausstellung „HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR – Entwerfen, Konstruieren und Bauen mit Holz“ zu sehen. Sie zeigt die Ergebnisse des von uns ausgelobten Deutschen Holzbaupreises 2017 und des zusammen mit den Holzbau Deutschland Leistungspartnern ausgelobten Hochschulpreises Holzbau 2017. Und gleich daneben trainiert unsere Zimmerer-Nationalmannschaft und bereitet sich auf die EM in Luxemburg vor.

Was sind Ihre persönlichen Messehighlights, die sich Zimmerer nicht entgehen lassen sollten?

Ich möchte da jetzt nichts Einzelnes hervorheben. Die Gesamtschau, der Überblick und die direkte Vergleichsmöglichkeit machen den Wert der Messe aus. Wie der früherer FC-Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni immer predigte: „Kleine Dinge entscheiden Spiel!“ Die Gesamtheit der Dinge, angefangen von den Werkzeugen und Maschinen bis hin zu den Bauprodukten, sorgen für den unternehmerischen Erfolg. Da kann sich sicher jeder Betrieb noch irgendwo verbessern – und jeder irgendwo anders. Um richtige Entscheidungen treffen zu können, dafür ist das geballte Informationsangebot der Messe ideal. Zum unternehmerischen Erfolg gehört aber auch das Marketing. Gute Argumente für den Holzbau liefert die Ausstellung beim riesigen Klimawürfel auf dem Boulevard zwischen den Messehallen. Verblüffende Zahlen zeigen, wie wirkungsvoll das Bauen mit Holz für den Klimaschutz ist. Zum Mitnehmen liegt dort die neue Broschüre „Wegweiser klimagerechtes Bauen – CO2-Wende“ aus.

Welche Trendthemen bewegen gerade die Branche? Und welche Lösungen erhalten Fachbesucher auf der DACH+HOLZ International?

Ein großer Trend im Holzbau ist der mehrgeschossige Wohnungsbau. Dazu findet für Architekten ja der Fachkongress „LIVINGWOOD“ statt. Für Zimmerer ist in diesem Zusammenhang das Thema „Brandschutz“ wichtig. Dazu gibt es am Freitagnachmittag auf dem DACH+HOLZ-Forum in Halle 6 interessante Vorträge. Die Digitalisierung ist natürlich auch gerade ein großes Thema. Allerdings wird sie die Branche und den Zimmererberuf nicht grundlegend ändern, sondern nur verändern und in bestimmten Bereichen vereinfachen und verbessern. Da sollten wir uns aber von dem Hype, der seit ein paar Jahren vor allem von den Verbänden der IT-Branche veranstaltet wird, nicht verwirren lassen, sondern genau hinschauen und uns immer die Frage stellen: Was ist tatsächlich sinnvoll? Und was eher nicht? Die Beantwortung dieser Fragen hängt immer auch vom jeweiligen Betrieb, seiner Größe und seinen Tätigkeitsschwerpunkten ab. Wir Zimmerer befinden uns schon seit den 1990er-Jahren in einem Digitalisierungsprozess und haben nicht das Gefühl, eine Entwicklung zu verschlafen. Wir waren da schon immer vorne mit dabei.

Die Stadt Köln bietet spannende Architektur und abwechslungsreiche Gastronomie. Haben Sie einen Tipp für Zimmerer nach ihrem Messebesuch?

Immer wieder beeindruckend ist natürlich der Dom – gerade für Menschen aus dem barock-geprägten Bayern wie mich. Dort befindet sich dann auch das traditionelle Brauhaus „Gaffel am Dom“. Ein Holzbau-Highlight der Altstadt ist ein Jahrzehnt nach seiner Eröffnung immer noch das Kaufhaus „Peek & Cloppenburg“ in der Schildergasse.

Herr Aicher, besten Dank für das Gespräch!

Foto wurde bereitgestellt von der Messe Dach + Holz.

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